Titel des Klosterprojekts





Start

Aktuelles

Übersicht

Klosterregister

Klosterbuch


Bibliographie

Glossar

Links


Förderer

Impressum





Zisterzienserinnen - Ordo Cisterciensis (OCist)




Mit dem Aufblühen des Zisterzienserordens zu Beginn des 12. Jahrhunderts kam es um 1120/25 in Tart, in der Nähe von Cîteaux und mit Unterstützung dessen Abtes zur Gründung des ersten Frauenklosters nach zisterziensischer Verfassung. Die Nonnenklöster des Ordens verbreiteten sich, genauso wie die Männerklöster, schnell über ganz Europa. Schon 1135 wurde in Wechterswinkel das erste Zisterzienserinnenkloster auf deutschem Boden gegründet. Der Andrang von Frauen in den Orden war im 12. und 13. Jahrhundert so groß, dass die Anzahl der Frauen- bald die der Männerklöster übertraf und das Generalkapitel des Ordens im 13. Jahrhundert Zulassungsbeschränkungen und schließlich auch Inkorporationsverbote für Frauengemeinschaften erließ. Dies führte aber nicht dazu, dass keine Zisterzienserinnenklöster mehr gegründet wurden. Der größere Teil, der nach zisterziensischem Vorbild lebenden Nonnenklöster, war somit aber rechtlich dem Orden nicht angeschlossen und die seelsorgerische Betreuung dieser Klöster wurde vom Weltklerus übernommen. Wesentlich für die Verbreitung der Zisterzienserinnen war nicht nur die Frauenreligiosität des 12. und 13. Jahrhunderts. Häufig förderte auch der Adel die Gründung neuer Konvente zur standesgemäßen Versorgung unverheirateter Töchter.

Im Laufe des 13. Jahrhunderts wurden drei Zisterzienserinnenklöster in Holstein und je eines in Hamburg und Lübeck gestiftet. Die Initiative zur Gründung von drei Konventen ging von Graf Adolf IV. von Schauenburg aus. In Hoibeke (Mühlenbek) entstand 1226 ein Kloster, das 1250 nach Reinbek verlegt wurde. 1230 stiftete der Graf in Ivenfleth, an der Störmündung in die Elbe ein Weiteres, das 1256 nach Itzehoe verlegt wurde sowie das Dritte um 1250 an der Elbe bei Harvestehude, welches auch später noch einmal verlegt wurde und zwar 1295 unter Beibehaltung des Namens an die Alster. Darüber hinaus stiftete Heinrich II. von Barmstede um 1235 das Kloster Uetersen, das von Reinbek aus besiedelt wurde und in Lübeck wurde auf Druck des Rates und Bischof Heinrich von Lübeck 1246 das Benediktinerdoppelkloster St. Johannis aufgespalten und in ein Zisterzienserinnenkonvent umgewandelt, wobei die Benediktinermönche nach Cismar in Ostholstein ausweichen mussten. Keines der fünf Klöster war dem Zisterzienserorden offiziell angeschlossen.

Mit der Verbreitung lutherischen Gedankenguts und der Reformation kam für viele Klöster das Ende. Dieses Schicksal wurde von den fünf Zisterzienserinnenklöstern nur Reinbek zu teil. Der Konvent löste sich 1529 selbst auf. Die Liegenschaften des Klosters wurde für 12.000 Mark an Herzog Friedrich I. verkauft, aber schon fünf Jahre später in der Grafenfehde durch die Lübecker zerstört. An deren Stelle ließ 1572 Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf ein Schloss errichten. Die anderen vier Konvente wurden in adelige, bzw. städtische evangelische Damenstifte umgewandelt und bestehen zum Teil noch heute. Das Gebäude des Hamburgischen Klosters Harvestehude wurden 1531 abgerissen, der Konvent jedoch in ein evangelisches Damenstift umgewandelt und in das ehemalige Dominikanerkloster St. Johannis verlegt. In Uetersen bekannten sich 1538 nur noch 13 der 54 Nonnen zum Alten Glauben und 1541 folgte die formale Umwandlung. Auch wenn die Baulichkeiten die Reformation überstanden, fielen sie doch fast vollständig zwei Bränden 1556 und 1657 zum Opfer. Die Uetersener Nonnen blieben vorerst noch über die evangelische Kirchenordnung von 1541 katholisch und beugten sich erst 1555 auf persönlichen Druck König Christians III. der Umwandlung in ein adeliges Damenstift. Die Nonnen des St. Johannis Konvents zu Lübeck konnten sich als einziges Kloster der Stadt 1531 vorerst der vom Rat geforderten Reformierung entziehen und mit Hilfe eines kaiserlichen Schutzbriefes bis 1575 einen Konfessionswechsel verhindern. Dann aber wurde das Kloster in ein evangelisches Stift für Bürgertöchter umgewandelt. Heute ist, nach einem großteiligen Abbruch der ursprünglichen Gebäude 1806, das Gymnasium Johanneum auf dem Areal des ehemaligen Klosters untergebracht.
P.S.







Klöster




Hamburg-Harvestehude St. Maria

Zisterzienserinnen
1250 - 1529
Itzehoe St. Maria

Zisterzienserinnen 1230/1256 - 1538
Lübeck St. Johannis

Benediktiner-Doppelkloster
Zisterzienserinnen
1177  1246
1246 - 1575
Reinbek St. Maria Magdalena

Zisterzienserinnen
1226/1229 - 1529
Uetersen St. Maria

Zisterzienserinnen
1234/1235 - 1555