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Schwestern vom gemeinsamen Leben



Die Schwestern, wie auch die Brüder vom gemeinsamen Leben sind eng mit der "devotio moderna", einer eigenständigen Frömmigkeitsbewegung des 14. Jahrhundert, verbunden. Von den Niederlanden ausgehend stand die "devotio moderna" als wesenhaft persönlich geprägte Frömmigkeit jedem offen und stellte sich die Erneuerung des christlichen Glaubens zur Aufgabe. Als Ausgangspunkt dieser Bewegung steht die Person Gerhard Groote (1340-1384). Der niederländische Patriziersohn gilt als Begründer der "devotio moderna" und stiftete 1379 sein Elternhaus als erste Niederlassung den Schwestern vom gemeinsamen Leben.
Den devoten Schwestern ging es vor allem um eine nach innen gewandte Frömmigkeit, um die Verwirklichung einer am Evangelium ausgerichteten Lebensweise, die nach einer Vollendung strebte und sich zugleich in den Dienst des Nächsten und der Gemeinschaft stellte. Nach dem Vorbild des menschlichen Lebens Christi wirkten die devoten Schwestern in der Stille und Zurückgezogenheit, traten nach außen nur wenig in Erscheinung und gingen als Einzelperson in der Gemeinschaft auf. Das Leben in dieser gestaltete sich zunächst ohne Annahme einer Ordensregel als freie Vereinigungen von Brüdern und Schwestern.

In der Hansestadt Lübeck und im Herzogtum Holstein gab es vier Niederlassungen der Schwestern vom gemeinsamen Leben: Lübeck St. Michael, Plön St. Maria, Neumünster und Neustadt St. Anna. Der Konvent St. Michael in Lübeck geht zurück auf das Jahr 1397 als Stiftung zur Versorgung bedürftiger Frauen. Im Jahr 1451 gründete Johann Segeberg mit der Unterstützung des lübeckischen Bischofs Nicolaus Sachow das Haus der Schwestern vom gemeinsamen Leben. Ebenfalls im Jahre 1451 zogen die ersten drei devoten Schwestern ein, die zuvor im Lübecker St. Johannis Beginenhaus tätig waren. 1469 schenkte der lübeckische Bürger Heinrich Blome den Schwestern des Michaelis Konvents dieses Areal mit allen Rechten. Die Umwandlung des Konvents St. Michael in ein Schwesternhaus war letztlich eine Folge der "devotio moderna".
Im Michaeliskonvent blieben die Schwestern die ersten zwölf Jahre ohne feste Regel. Erst im Jahre 1463 gab ihnen Bischof Arnold Westphal eine Ordnung und erlaubte die Annahme der Regel des hl. Augustinus. Die Zeit der Reformation hat der St. Michaelis-Konvent bis 1557 als Altenstift überstanden. Heute ist in den Gebäuden des ehemaligen St. Michaelis-Konvents die Sozialverwaltung der Stadt Lübeck untergebracht. Von den mittelalterlichen Gebäuden des Schwesternhauses ist heute noch das Vordergebäude an der Annenstraße erhalten
Die Einrichtung des Plöner Konvents erfolgte mit der Erlaubnis König Christian I. von 1468 eine Niederlassung zu errichten. Diese Urkunde belegte die Übernahme aller Satzungen und Regeln des Mutterhauses St. Michael in Lübeck. Die Bauphase und Einrichtung der Gebäude erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Im Jahre1472 gestattete der Lübecker Bischof Albert Krummendiek die Annahme der Regel des heiligen Augustinus. Er erwirkte die Genehmigung des Königs und setzte in Anlehnung an den Bischof Arnold Westphal die Eingliederung in das Gefüge der Kirche und die Richtlinien für das Leben im Konvent fest.
Mit der Reformation und somit dem Verkauf des Konvents am 13. April 1578 an Herzog Johann d.J. endet die Zeit der Schwestern vom gemeinsamen Leben in Plön. Von den ehemaligen Gebäuden des Konvents hat sich bis heute nichts erhalten können.



                                           


Aus der Schreiberwerkstatt der Fraterherren in Münster,
"Dat myrren bundeken" (Ms N.R. 1550), einzige Textzeuge der mittelniederdeutschen Bearbeitung der "Orationes et meditationes de Vita Christi", die  Thomas von Kempen zugeschrieben werden.








Klöster





Lübeck St. Michael

Schwestern vom gemeinsamen Leben um 1450
Neumünster

Schwestern vom gemeinsamen Leben 1498 - 1570
Neustadt St. Anna

Schwestern vom gemeinsamen Leben ca. 1230 - 1537
Plön St. Maria

Schwestern vom gemeinsamen Leben 1468 - 1577