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Franziskaner, Ordo Fratrum Minorum (OFM)



Der vom heiligen Franziskus von Assisi (1181/81-1226) initiierte Orden der Minderen Brüder ist Teil der Reformbewegung des frühen 13. Jahrhunderts. Um 1209 wurde die Gemeinschaft von Papst Innozenz III. bestätigt und 1221, bzw. 1223 genehmigte Honorius III. eine umfangreiche Regel. Als Reform- und Bettelorden lehnten die Franziskaner individuellen und gemeinschaftlichen Besitz ab und entwickelten vorrangig rege Predigt-, Lehr- und Seelsorgetätigkeit in den Städten. Den Stadtgründungen des 13. Jahrhunderts folgend, breitete sich der Orden rasch über ganz Europa aus. Bis zu Franziskus Tod 1226 hatten die Franziskaner Niederlassungen in fast allen Ländern Europas.

Das erste Kloster nördlich der Elbe wurde 1225 in Lübeck gegründet. Nach der dänischen Niederlage in der Schlacht bei Bornhöved 1227 erfolgten auf Initiative Graf Adolf IV. von Schauenburg franziskanische Gründungen in Hamburg (1235) und Kiel (um 1240). Nördlich der Eider ließen sich in Schleswig (1232/33 oder 1263), Flensburg (1232 oder 1263) und Tønder (1238 oder 1247) Minderbrüder nieder. Die Konvente Holsteins gehörten zur Ordensprovinz Saxonia. Das Kieler und Hamburger Kloster waren der Kustodie Bremen zugehörig. Lübeck dagegen war Hauptort der gleichnamigen Kustodie, zu der die Niederlassungen in Wismar, Rostock, Schwerin, Stralsund, Parchim und Riga gehörten. Schleswig, Flensburg und Tønder gehörten zur Ordensprovinz Dacia, die ganz Skandinavien umfasste und waren darunter in der Kustodie Ribe organisiert.

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts entbrannte über die Strenge der selbstverordneten Armut im Orden Streit. Innerhalb der Franziskaner bildeten sich zwei Gruppen. Die Konventualen bezogen sich auf die im Laufe der Zeit von den Päpsten legitimierten Regelanpassungen, die sich dem Ideal immer stärker entfernten. Die Observanten hingegen forderten eine Rückbesinnung auf die Schriften Franziskus und die ursprüngliche Armut der Gründungszeit. Gefördert durch die kirchliche und weltliche Obrigkeit gelangte die Reform der Observanzbewegung im 15. Jahrhundert zu großer Verbreitung und stellte bald die Mehrheit im Orden. Die nordelbischen Franziskanerklöster, bis auf Lübeck und Hamburg, wurden zum Ende des 15. Jahrhunderts reformiert. Beflügelt von diesem Neubeginn kam es zu vermehrten Klosterneugründungen, so auch in Schleswig-Holstein. Um 1494 wurde in Husum ein Observantenkloster gegründet und 1516 stifteten die Dithmarscher in Lunden ein weiteres, nachdem der Versuch, ein Benediktinerinnenkloster in Hemmingstedt zu gründen misslungen war.

In den 1520er Jahren erreichten reformatorische, lutherische Ideen die Herzogtümer. Im Rahmen der darauf folgenden Reformation wurden vor allen anderen Klöstern die in den Städten liegenden Niederlassungen der Bettelorden aufgelöst (Husum nach 1527, Flensburg 1528, Schleswig 1528/29, Hamburg 1529, Kiel und Tønder 1530, Lübeck 1531 und Lunden 1532). Die bis dahin von den Mönchen getragenen Institutionen wie die Armenfürsorge oder Schulen gingen mit den Liegenschaften in kommunale Trägerschaft über.
P.S.


Franz von Assisi

Franz von Assisi,
Wandgemälde im Kloster San Benedetto in der Stadt Subiaco





Klöster in Schleswig, Holstein, Hamburg, Lübeck 

und in der Bauernrepublik Dithmarschen





Flensburg St. Katharina

Franziskaner
1232/1263 - 1528
Hamburg St. Maria Magdalena

Franziskaner
1235 - 1529
Husum

Franziskaner 1494 - 1528
Kiel St. Maria

Franziskaner
1240 - 1530
Lübeck St. Katharinen

Franziskaner
1225 - 1531
Lunden

Franziskaner
1516 - 1532
Schleswig St. Paul

Franziskaner
1234 - 1528/1529
Tønder St. Maria

Franziskaner
1238/1247 - 1530