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Benediktiner, Ordo S. Benedicti (OSB)



Aufbauend auf die Benediktregel (Regula Benedicti; RB) sind die Benediktiner der älteste noch bestehende Mönchsorden der katholischen Kirche. Die auf Benedikt von Nursia (ca. 480-547) zurückgehende RB hat ihre Wurzeln im spätantiken Mönchtum und war bis zum Ende des achten Jahrhundert zusammen mit weiteren Regelwerken in Gebrauch. Erst Benedikt v. Aniane (ca. 750-821) sorgte am Anfang des neunten Jahrhunderts unter Ks. Ludwig d. Frommen dafür, dass die nun vereinheitlichte RB für alle Klöster im Karolingischen Reich verpflichtend wurde.

Um 1100 wurde in Schleswig das erste Benediktinerkloster Schleswig-Holsteins gegründet. Hierauf folgten in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts Seem und 1177 Lübeck, sowie im Laufe des 13. Jahrhunderts zwei Benediktinerinnenklöster. Den Benediktinern war in Schleswig-Holstein keine fruchtbare Entwicklung beschert. Schon 1173 wurde das Doppelkloster in Seem aufgelöst. Die Nonnen wurden dem Benediktinerinnenkloster in Ribe angeschlossen und die Mönche gründeten nach Zisterziensischer Regel Løgumkloster. Die Schleswiger Benediktiner wurden in den 1190er Jahren nach Guldholm umgesiedelt und wechselten auch zum Zisterzienserorden. In Lübeck öffnete sich das St. Johanniskloster Anfang des 13. Jahrhunderts für Frauen und wurde zu einem Doppelkloster. Der Konvent konnte sich aber nicht erfolgreich in der Stadt positionieren und wurde deshalb unter äußerem Druck aufgespalten. Die Nonnen verblieben als Zisterzienserinnen in Lübeck und die Mönche mussten nach erbittertem jahrelangen Rechtsstreit 1256 endgültig nach Cismar in Wagrien (Ostholstein) umziehen.

Von den drei Benediktinergründungen des 12. Jahrhunderts verblieb also nur Cismar. Dieses entwickelte sich im Laufe des 13. Jahrhunderts zu einem Wallfahrtsort, wo über 800 Reliquien gesammelt wurden, unter denen eine Reliquie des Heiligen Blutes, ein Partikel der Dornenkrone Christi und ein heilige Quelle auf dem Klostergrund hervor zu heben sind. Auch wenn die Bedeutung Cismars als Wallfahrtsort nicht eindeutig zu bestimmen ist, weisen auch heute noch der Reliquienschreinaltar und die Klosterkirche, einer der bedeutendsten gotischen Kirchenbauten außerhalb Lübecks, auf ein bedeutendes Zentrum der Reliquienverehrung Norddeutschlands hin. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts schloss sich das Kloster der Bursfelder Kongregation an und umfasste ca. 25 Mönche. Durch die auf dem Kieler Landtag von 1526 beschlossenen finanziellen Forderungen des Landesherren an die geistlichen Institutionen geriet das Kloster unter Druck und auf das Verbot des katholischen Gottesdiensts 1541 folgte 1560 die endgültige Auflösung des Konvents und das vorläufige Ende der benediktinischen Präsenz in Schleswig-Holstein.
P.S.

        





Benektinerklöster in Schleswig und Holstein



Cismar St. Maria, St. Johannes

Benediktiner
1231/1238 - 1530
Schleswig St. Michael

Benediktiner
um 1100 - 1191/1196



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Die Regula Benedicti