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Antoniter, Canonici Regulares Sancti Antonii (CRSAnt)



Die Antoniter entstanden um 1095 als Laiengemeinschaft in La-Motte-aux-Bois (heute St. Antoine genannt) in der Dauphiné in Südfrankreich. Ihre Hauptaufgabe war die Behandlung der am Antoniusfeuer Erkrankten wie auch die Pflege von heimkehrenden Pilgern. Das Antoniusfeuer war eine im Mittelalter weit verbreitete Krankheit, die durch die Einnahme von pilzbefallenem Getreide hervorgerufen wurde. Im Gründungsjahr 1095 bestätigte Papst Urban II. den Orden als Laienbruderschaft. Unter Papst Innozenz IV. wurde die Gemeinschaft 1247 zu einem Orden mit Augustinusregel aufgewertet und 1298 erklärte Papst Bonifatius VIIII. die Antoniter formell zu Regularkanonikern. Frauen waren ab 1247 nicht mehr als vollwertige Ordensmitglieder zugelassen. Schutzpatron des Hospitalordens war Sankt Antonius der Große, ein christlicher Eremit und Begründer des Mönchwesens im 4. Jahrhundert. Das eine Krücke darstellende Antoniterkreuz versinnbildlicht das Selbstverständnis als Hospitalorden. Im 15. Jahrhundert unterhielten die Antoniter etwa 365 Hospitäler in ganz Europa. Innere Zerwürfnisse und nicht zuletzt Reformation und Hugenottenkriege führten zu einer bedeutenen Schwächung des Ordens. 1776/77 wurden die letzten noch verbliebenen Niederlassungen durch ein päpstliches Dekret in den Malteserorden inkorporiert.

Die Niederlassung (Präzeptorei) in Mohrkirch wurde 1391 mit dem Kauf des Edelhofes Moerker begründet und mit Mönchen aus dem Mutterkloster Tempzin bei Wismar besiedelt. Es blieb das einzige Antoniterkloster in den Herzogtümern. Bereits 1398 verlieh Papst Bonifaz IV. denen, welche zu Fronleichnam das Kloster Mohrkirchen besuchen, den selben Ablass wie denen, die an Christi Himmelfahrt die Markuskirche in Venedig besuchen. Das Kloster besaß an mehreren Angeliter Kirchen Patronatsrechte. 1470 wurde ein Tochterkloster in Præstø auf Seeland gegründet. Auch in Mohrkirch war die Krankenpflege sowie die Betreuung durchreisender Pilger Hauptaufgabe der Ordensmitglieder. Mit der Reformation und der Landesteilung 1544 kam der gesamte Besitz des Klosters an den Gottorfer Herzog Adolf I., der dort den Sitz des neugegründeten Amtes Mohrkirchen einrichtete. Die Wirtschaftsgebäude wurden zunächst als Domäne weitergenutzt. Nach Auflösung des Amtes, Bildung der Mohrkirchharde und Parzellierung des Gutes 1778 wurden die baufälligen Gebäude abgebrochen. O.K.


Antonius der Große

Miniatur aus der
Vita Sancti Antonii Eremitae (Bologna cirka 1328)





Antoniterkloster in Schleswig



Mohrkirchen

Antoniter
1391 - 1544