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Glossar

Im Glossar werden ausgewählte Begriffe in Hinblick auf Geschichte, Kunstgeschichte und Theologie der  Klöster im Bearbeitungsraum aufgeführt.

Klostergrundriss.png chor1.png garten.png graeber.png kreuzgang.png kapitelsaal.png lettner.png parlatorium.png refektorium.png sakristei.png skriptorium.png kapellenraum.png



Abendmahlskelch
Zusammen mit der Patene bildet der Abendmahlskelch die liturgischen Gefäße für die Eucharistiefeier. Er dient der Aufnahme des Weins. Nach römisch-katholischem Ritus wird der Wein während der Messfeier im Kelch konsekriert, d.h. Weihung des Weins durch die Einsetzungsworte. Abendmahlskelche aus klösterlicher Zeit haben sich erhalten in Preetz (cirka 1250, ältester erhaltener Abendmahlskelch in Schleswig-Holstein und Hamburg), Uetersen und Itzehoe.


Abt
Oberer eines selbstständigen Klosters von Mönchen oder Regularkanonikern. Er einte geistliche Vaterschaft und rechtliche Leitung.
Die Wahl erfolgte unter der Leitung des Generalabts oder Abtpräses vom Konvent auf Lebenszeit. Die Weihe empfing der Abt vom Orts-Bischof oder mit dessen Genehmigung von einem anderen Bischof oder Abt. Bei der Weihe wurden ihm Regel und Stab übergeben sowie Ring und Mitra. Er besaß die Jurisdiktion über die Konventmitglieder und über das zum Kloster gehörige Gebiet.


Äbtissin
Oberin eines selbstständigen Klosters von Nonnen, Kanonissen, Klarissen u. a. Frauenklöstern. Ernennung und Leitung gleicht denen des Abts, unterstand jedoch stärker den Bischof. Die Wahl erfolgte unter dem Vorsitz des Orts-Bischofs, sofern das Kloster nicht einem männlichen Verband inkorporiert oder assoziiert war.
 
Altar
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Antependium
Das Antependium (von lat.: ante = vor und pendere = hängen), auch Frontale genannt,  ist ein mittelalterlicher Vorhang  aus Stoff oder eine Vorsatztafel, welcher den Stipes (Unterbau eines christlichen Altars, auf dem die Altarplatte aufliegt) verhüllt. Entweder wurde ein reich verzierter, kostbarer Stoffbehang verwendet oder eine kunstreich bearbeitete Tafel (Altarvorsatz) aus Metall oder Holz. Antependien sind sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche in Gebrauch. Sie sind wie alle Paramente in den liturgischen Farben gehalten und meistens mit zur Kirchenjahreszeit passenden Symbolen versehen.
 

Antoniter
Siehe hier



Armatorium / Armarium

(armare lat. – mit Geräten versehen) Meist ein Wandschrank, kann aber auch einen ganzen Raum umfassen, der zur Aufbewahrung von Kleidern und Paramenten, liturgischen Gerät, Büchern schließlich auch Wertgegenständen und Geld diente. Hier wurden auch die Eucharistie, heilige Öle oder Reliquien verwahrt.


Augustiner-Chorherren
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Augustinerinnen
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Augustinusregel
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Benediktiner
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Benediktiner-Doppelklöster
Siehe hier



Benediktinerinnen

Siehe hier



Birgittiner
Siehe hier

 
Chor
Chor (griech. choros) bezeichnet ursprünglich den Platz für den Tanz und die Sänger im antiken Griechenland. In der christlichen Kirche ist es der Ort für den Chor der Geistlichen. Seit der karolingischen Zeit  ist der Chor die Bezeichnung für die Verlängerung des Mittelschiffs über die Vierung hinaus (Chorhaus), die häufig quadratischen Grundriß hat. Schließt sich eine Apsis als Chorschluß an, heißt der gesamte Komplex aus Chorhaus und Apsis chor. In ihm befinden sich Hauptaltar, Sakramentshaus, Chorgestühle, Dreisitz. der Chor ist meist um einige Stufen, ei darunterliegender Krypta sogar erheblich über das Niveau der Kirche erhöht.Seit der Romanik führt oft ein Chorumgang um den Chor herum, mit dem dieser durch offene Bogenstelllung verbunden ist. Gegen Chorumgang oder Nebenchöre ist der Chor im Mittelalter häufig durch Chorschranken gegen das Mittelschiff durch einen Lettner abgegerenzt. zurueck zur Grafik
   
Devotio Moderna

Die Devotio Moderna (lat., Neue Frömmigkeit) war eine christliche Laienbewegung des ausgehenden Mittelalters (14. und 15. Jh.), die vor allem in der aufstrebenden Bürgerschicht Westeuropas Verbreitung fand. Ihre Zentren hatte sie in den niederländischen Städten Deventer und Zwolle. Die Devotio Moderna war stark vom Humanismus beeinflusst und stand der Deutschen Mystik nahe. In Abgrenzung zur Scholastik praktizierte sie ein gelebtes Weltchristentum in helfender Liebe (Krankenpflege und Schulen).

Als ihr Begründer wird der niederländische Theologe Geert Groote angesehen. Als wichtige Vertreter galten die Brüder und Schwestern vom Gemeinsamen Leben. Bedeutendes Werk ist die von Thomas von Kempen 1420 verfasste Schrift Nachfolge Christi (De imitatione Christi).


Dominikaner

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Dormitorium

(dormire lat. – schlafen) Als Begriff seit der karolingischen Zeit gebräuchlich. Gemeinsamer Schlafsaal im Obergeschoss des östlichen Konventflügels. Eine Treppe führt in den Mönchschor für das Nachtgebet. Für Novizen, Konversen, Gäste und Kranke gibt es meist eigene Dormitorien. Im 12. Jahrhundert sind Vorhänge und Trennwände nachweisbar. In Anlehnung an die Ausbildung der durchfensterten Einzelzellen mit Bett, Tisch und Stuhl bei den Mendikantenorden, setzte sich die Einzelräumlichkeit für jedes Konventmitglied ab Ende des 14. Jahrhunderts immer mehr durch.


Erimitorium/Eremitage/Einsiedelei

Wohnstätte eines christlichen Eremiten (Einsiedlers). Eremiten betonen die Abgeschiedenheit von der Welt nach dem Vorbild des heiligen Simeon Stylitis, der sich auf eine Säule zurückzog, um Gott nahe zu sein. In der höfischen Kultur des 18. Jahrhunderts nehmen Erimitorien bzw. Eremitagen oft einen reinen dekorativen Charakter z.B. innerhalb eines Schlossparkes an.


Franziskaner
Siehe hier



Fraternei / Parlatorium
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Hostie
(lat. hostia, -ae – Sühneopfer) Bei der Hostie handelt es sich um eine Oblate aus ungesäuerten Weizenmehl mit dem Sinnbild des gekreuzigten Christus. Der Begriff Hostie löste im 13. Jh. die Bezeichnung oblata ab und steht für die Gabe des Brots bei der Eucharistie. Die geweihten Hostien wurden in einer Hostienbüchse aufbewahrt, die seit dem 12. Jh. in einer besonderen Wandnische in Altarnähe untergebracht war. Ab dem 13. Jh. setzte sich das Sakramentshaus als Aufbewahrungsort durch. Im Zuge der sich ritualisierenden Messfrömmigkeit ab dem 13. Jh. wurde die Hostie vor dem Austeilen der Gemeinde gezeigt. Die communicatio per visum, das Anschauen der Hostie wurde fester Bestandteil der Eucharistiefeier. Die sogenannte Elevation, das Erheben und Zeigen der konsekrierten Hostie, erfolgte spätestens ab dem frühen 15. Jh. in einer Monstranz.
   
Kapitelsaal

Räumlichkeit im östlichen Konventflügel, meist im Anschluss an die Sakristei und die Schreibstube und mit denen räumlich über Durchgänge häufig verbunden. Zum Kreuzgang öffnete sich der Kapitelsaal durch ein Portal mit zwei begleitenden Fensteröffnungen. Der Raum dient der Regellesung, dem Schuldkapitel und der Beratung gemeinsamer Angelegenheiten. Entlang der Wände gibt es Sitzbänke für die Konventmitglieder. Der Sitz des Abts oder Priors ist an der Stirnseite. Die Novizen saßen im Kreuzgang und konnten über die Fensteröffnungen an der Versammlung teilhaben. Seit dem 13. Jahrhundert war der Kapitelsaal bevorzugte Begräbnisstätte für die Konventoberen. zurueck zur Grafik


Kapitelsaal Løgumkloster

Portal und Fenster zum Kapitelsaal in Løgumkloster



Kartäuser

Siehe hier



Kartause

Kartause: Kloster des Kartäuserordens, (von lat.  Cartusia für das französische La Chartreuse, dem Gründungsort der ersten Kartause). Ein einheitlicher Baustil bildete sich bei den Kartausen nicht heraus. Die einzelnen Kartausen sind in der Architektur ihrer Zeit und nach den örtlichen Gegebenhaieten  konstruiert. Charakteristisches Element aller Kartausen ist der Große Kreuzgang, um den herum die Einsiedeleien der Patres gruppiert sind.  Im Kloster Marienau hat der lange Flügel des Großen Kreuzgangs – mit 9 von 24 Patres-Zellen (Einsiedeleien) eine Länge von 148 m, während der kurze Flügel 101 m lang ist.



Klausur

Klausur (von lat. claudere „einschließen, absperren“, mlat. clausura „Sperre, Verschluss“), ist ein Grundbegriff des monastischen Lebens, um die Abgeschiedenheit von der Welt zu betonen und die Gottsuche in Stille und monastischer Disziplin zu gewährleisten. Im Frühmittelalter ist der Begriff Klausur mehrdeutig: Er kann bezogen werden auf  1. Klosteranlage, 2. auf den Kreuzgang, 3. Auf die Räumlichkeiten, also den angeschlossenen Wohnbereich.


Konvent

Konvent: (von lat. conventus „Zusammenkunft, Versammlung"), bezeichnet 1. Die Versammlung aller stimmberechtigten Mitglieder eines Klosters (Konventualen/ Konventualinnen); 2. Die gesamte Kommunität; 3. Das bauliche Anwesen, also das Kloster als solches.



Kreuzgang

Der Kreuzgang umschließt meist auf allen vier Seiten einen in der Regel quadratischen Innenhof, den Kreuzgarten. In der Liturgie dient der Kreuzgang den Prozessionen und Lesungen, ist Versammlungsort und Begräbsnisstätte. Als Wandelgang dient er darüberhinaus der Kontemplation. Gleiche Funktion hat der Kreuzgang bei Stifts- und Domkapiteln. Als zentraler Bereich innerhalb der Konventgebäude erschließt er die in den einzelnen Konventflügeln untergebrachten Räumlichkeiten sowie das Kirchenschiff. Die Kreuzgänge in unsererem regionalen Bearbeitungsraum sind zum Hof hin geschlossen und mit spitzbogigen Öffnungen, denen meist gestaffelte Lazettbogenfenster eingestellt sind, durchfenstert. zurueck zur Grafik


Die Kreuzgänge besitzen Kreuzgratgewölbe (Schleswig Sankt Johannis) oder Kreuzrippengewölbe (Kiel Sankt Maria), die auf Konsolen in Lanzettform (Schleswig Dom) oder figuraler Ausschmückung (Lübeck Sankt Maria-Magdalena) aufliegen. Teilweise sind die Gewölbe farbig und mit ornamentalen Malereien gefasst (Ratzeburg Sankt Maria, Sankt Johannes).

Erhaltene / teilweise erhaltene Kreuzgänge im Bearbeitungsgebiet: Løgumkloster, Schleswig St. Paul, Schleswig St. Johannis, Kiel St. Maria, Lübeck St. Maria-Magdalena, St. Annen, St. Katharinen, Ratzeburg St. Maria / St. Johannes, Lübeck Domkapitel, Schleswig Domkapitel


Kreuzgang Schleswig St. Paul

Kreuzgang in Schleswig St. Paul

Kuppa
Die Kuppa bezeichnet die Schale des Abendmahlskelchs und kann bspw. paraboloid oder schalenförmig ausgebildet sein.
 
Lettner
lectorium, lectionarium lat. = LesepultDer Lettner entwickelte sich aus den einfacheren Altar- und Chorschranken (cancelli), die den für den Klerus vorbehaltenen Chor und das für die Gemeinde zugängliche Mittelschiff trennten. Als raumeinnehmendes Architekturwerk in Stein oder Holz begegnet man den Lettner besonders in Dom-, Stifts- und Klosterkirchen, wo neben der räumlichen auch streng auf die optische Trennung von Laien und Domherren bzw. Stifts- oder Klosterkonvente geachtet wurde. Der Lettner ist übermannshoch und mit mindestens zwei Durchgängen versehen. Über Treppen von der Chorseite aus, gelangt man auf die obere Empore (Doxale). Von hier wurden die Evangelien bzw. die Epistel verlesen, sie diente der Ablassverkündigung, als liturgische Sängertribune und als Ort religiöser Schauspiele. Die Verschmelzung mehrerer Funktionen führte im Laufe des 14. und 15. Jh. zu einer immer reicheren architektonischen, figural-plastischen und ornamentalen Ausformung. Vor dem Lettner zum Mittelschiff hin befand sich der Laienaltar, meist dem Heiligen Kreuz geweiht. zurueck zur Grafik

Beispiele für Lettner im Bearbeitungsraum haben sich in den Domkirchen Lübeck und Schleswig (hier als Rekonstruktion von 1939/41 eines 1847 abgebrochenen Hallenlettners aus dem letzten Viertel des 15. Jh.) erhalten.
 
Monstranz
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Nodus

Der Nodus bezeichnet die wulstige, mehr oder weniger verzierte, meist mittig sitzende Verdickung am Schaft eines Abendmahlskelches.
 
Ordo Romanus
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Parlatorium

Das Parlatorium bezeichnet den Raum, in dem das Schweigegebot unterbrochen werden darf. Die Nutzung des Raumes ist jedoch zeitlich begrenzt. Das Parlatorium befindet sich meist in der Nähe des Refektoriums im Klausurbereich. zurueck zur Grafik


Außerhalb der Sprechzeiten im Parlatorium verwendet der Konvent eines Ordens mit strengem Schweigegelübde zum Teil eine eigene Zeichensprache.


Patene

Die Patene bildet zusammen mit dem Abendmahlskelchs die liturgischen Gefäße für die Eucharistiefeier. Es nimmt das eucharistische Brot (Hostie) zur Austeilung an die Gläubigen auf. Die als flache Schale ausgebildete Patene besteht meist aus Silber oder vergoldetem Silber. Erhalten hat sich eine Patene aus klösterlicher Zeit in Uetersen.
 
Pilgerwesen
Text folgt
   

Prämonstratenser

Siehe hier


Propst
Der Propst ist im ursprünglichen Sinne der Stellvertreter des Abts. Ab dem Hochmittelalter häuft sich schließlich die Bezeichnung für den Vorsteher von Chorherren-Stiften. Er besaß administrative und repräsentative Funktionen und sorgte für die Wirtschaftsführung des Klosterhofs. In den Frauenkonventen nahm der Propst, in der Regel dem Niederklerus angehörig und unterstützt von untergeordneten Klerikern, geistliche Funktionen wahr wie das Zelebrieren der Hl. Messe oder das Abnehmen der Beichte. Bei den nichtinkorporierten Zisterzienserinnenklöstern (Harvestehude, Itzehoe und Reinbek) war der Propst in der Regel Weltgeistlicher, in den Benediktinerinnenklöstern (Preetz und Schleswig St. Johannis), dem Zisterzienserinnenkloster St. Johannis in Lübeck und dem Augustinerinnenkloster in Lübeck St. Anna Stifts- bzw. Kapitelgeistlicher. Zudem war er, teils gemeinsam mit den Konventvorsteherinnen der Äbtissin (Itzehoe und Lübeck St. Johannis) bzw. der Priörin (Harvestehude, Lübeck St. Annen, Preetz, Reinbek, Schleswig St. Johannis und Uetersen), für weltliche Verwaltungsangelegenheiten, betreffend des finanziellen und landwirtschaftlichen Besitzes des Klosters, zuständig.
Die lat. Bezeichnung für den Propst praepositus hat entsprechend den vielfältigen weltlichen und klerikalen Aufgaben innerhalb des Amts schwankende Bedeutung. In spätmittelalterlichen Quellen aus dem niederdeutschen Raum gibt es mehrere Bezeichnungen wie: procurator, provisor, administrator, vorweser oder vorbidder (in Itzehoe). Sie beziehen sich vor allem auf den weltlichen Aspekt der Klosterverwaltung.

Refektorium
(reficere lat. = sich erholen, kräftigen)
Das Refektorium dient als Speiseraum und ist mit der Kirche und dem Kapitelsaal der wichtigste Raum in der Klosteranlage. Das Refektorium befindet sich zumeist im Südflügel der Klausur. Bei größeren Klöstern trennt man in ein kleineres beheizbares Winterrefektorium und in ein größeres Sommerrefektorium. Bei den cluniazensischen und hirsauischen Reformklöstern sowie bei den Zisterziensern sind die Refektorien für die Mönche und die Konversen getrennt. Die Einrichtung ist bei den einzelnen Orden relativ gleich: An den Längsseiten befinden sich Tische, die zur Wandseite bestuhlt sind. An der Stirnseite befinden sich die Plätze für die Oberen. Gegenüber dem meist mittigen Eingang befindet sich die Lesekanzel. zurueck zur Grafik

   
Reliquien
(reliquiae, -arum lat. = Überreste, das Zurückgebliebene) Mit den Auferstehungsberichten in den Evangelien nährte sich die Idee der Wiederauferstehung des irdischen Leibes. Entsprechend der biblischen ganzheitlichen Anthropologie entwickelte sich zudem die Ansicht, die Seele bleibe mit dem irdischen Leib in Verbindung, wodurch die sterblichen Überreste der Heiligen, nunmehr als Reliquien, selbst wundertätig wirkten. Die Reliquien bildeten die Vergegenwärtigung der verehrten Heiligen auf Erden und galten damit als sakral. Innerhalb des Reliquienkults unterschied man in Primärreliquien, den sterblichen Überresten, und Sekundärreliquien, alle Gegenstände aus dem Besitz der Heiligen aber auch Dinglichkeiten von deren Gräbern wie bspw. Öl aus den Grablampen. Berühmteste Reliquie dieser Gattung waren Bruchstücke vom Kreuz Christi. Entsprechend der Offenbarung Johannes war der Aufbewahrungsort am Altar „...sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten“ (Offb. 6,9). Entsprechend der seit dem 8. Jh. geltenden Ordo Romanus war eine Reliquie für einen Altar verpflichtend, die aufbewahrt in einem eigenen Sepulchrum in der Altarmensa ihren Platz fand. So bot sie für den Gläubigen einen materiell greifbaren Bezug zu den vom Altar verkündeten christlichen Glaubensinhalten. Das Aufsuchen der Reliquien selber galt als religiöser Akt, was ab dem 10. Jh. zu einem im Laufe des Mittelalters sich ausbreitenden Pilgerwesen führte.
   
Rotuln

Als Rotuln werden florale oder ornamentale Verzierungen am Außenrand der Wölbung eines Nodus beim Abendmahlskelch bezeichnet.
 
Sakramentshaus
 Bei dem Sakramentshaus handelt es sich um ein turmartiges Bild- und Architekturwerk,  das  zur sichtbaren Aufbewahrung bzw. Aussetzung der konsekrierten Hostien diente. Bis  ins 13.  Jh. wurden die Hostien in Altarnähe in einer Wandnische aufbewahrt. Im 12. Jh.  entwickelte  sich die Vorstellung von der realen und dauerhaften Gegenwart Christi in der  konsekrierten  Hostie (seit dem IV. Laterankonzil 1215 dogmatische Verbindlichkeit von  der  Transsubstantiation von Brot und Wein bei der Heiligen Messe) und damit das  Bedürfnis nach  ständiger, unmittelbarer Anschauung und Nähe des Göttlichen. Diese  Entwicklung führte zur  Entstehung des Sakramentshauses aus dem Wandtabernakel, als  turmartige, von der Wand  gelöstes, selbständiges Ausstattungsstück mit dem  Sakramentsschrein, der durch  durchbrochene Gittertüren meist zu zwei Seiten gesichert  war und auf einem  Sockelgeschoss  auflag. Über ihn erhob sich ein meist  mehrgeschossiger, bekrönender  Baldachin mit  Wimperge, Fialen, Kreuzblumen,  Kielbögen und Maßwerk geschmückt. Der  bevorzugte Platz  des Sakramentshauses  befand sich an der Nordseite des Chors. Ein  besonders  schmuckreiches Sakramentshaus  hat sich in Schleswig St. Johannis erhalten.

 
 
 Sakramentshaus im Chor der ehemaligen Klosterkirche St. Johannis, Schleswig.







 

 
Sakristei

(lat. secretarium, sacristia, sacrarium = Heiligtum, Kapelle, Tempel), Raum im Anschluss an den Chorbereich der Klosterkirche. Die Sakristei dient der Aufbewahrung der für die liturgische Feier notwendgen Gerätschaften wie Bücher, Gefäße, Gewänder, Kerzen und sonstiges. Im späten Mittelalter diente der Raum auch zunehmend der Verwahrung von Reliquien. Die Bezeichnung sacristia findet sich erstmals in  der Klosterregel von Farfa (11. Jh.). Im Klosterplan von St. Gallen (um 830) wird ein sacratorium mit einer mensa vasorum, einem Tisch-Altar für Reliquien und Hostienbehälter, verzeichnet. zurueck zur Grafik


Bei den Cluniazensern und Zisterziensern erhält die Sakristei einen Kapellencharakter. Der Raum wird zur Reliquien-Schatzkammer, häufig auch zum Bestattungsort. Die ursprünglichen Funktionen wandern ab in die übrigen angrenzenden Klausurräume wie das Armatorium.


Schwestern vom Gemeinsamen Leben

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Skriptorium
(scriptio lat. = das Schreiben, schriftliche Darstellung)
Im Skriptorium werden handgeschriebene Bücher für die eigene Bibliothek erstellt, aber auch durch Auftrag für andere Klöster bzw. ab dem Spätmittelalter auch für weltliche Auftraggeber. Ebenfalls ab dem Spätmittelalter mehren sich auch die Buchproduktonen in den Frauenklöstern. Die Arbeit war zumeist aufgeteilt in Textschreiber, Rubrikatoren bzw. Initialenmaler und Illumninatoren. zurueck zur Grafik


Aus dem Skriptorium des Preetzers Nonnenklosters hat sich als Beispiel das Buch im Chore der Priörin Anna von Buchwald erhalten, das es ursprünglich in drei Abschriften gab.


Vierung

Die Vierung liegt im Kreuzungsbereich von Mittel- und Querschiff und bildet hier einen quadratischen oder rechteckigen Raum. Sie trennt in den Kirchen mit kreuzförmigen Grundriss den Chor vom Langhaus und kann im Falle eines kurzen Chors, wie bei Kloster-, Stifts- und Domkirchen, das Chorgestühl unterbringen. Man unterscheidet folgende Formen der Vierung: Ausgeschiedene Vierung heißt sie, wenn sie bei quadratischem Grundriß durch Vierungsbögen auf Vierungpfeilern gegen Langhaus, Querschiffsarme, und Chorhaus abgegrenzt ist. Von einer abgeschnürten Vierung wird gesprochen, wenn die beiden Seiten des Querschiffes niedriger als das Hauptschiff oder durch Mauervorsprünge teilweise abgetrennt sind. Äußerlich kann die Vierung durch einen Vierungsturm, einen Dachreiter oder eine Vierungskuppel betont sein. Als Beispiel einer Vierung soll der Grundriß des romanischen Lübecker Doms dienen:


                                        




Wilhelmiten

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Zisterzienser

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Zisterzienserinnen

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